Waelput Hendrik

20175
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Concerto symphonique pour Flute et Orchestre


 herausgegeben von Gaby Pas-Van Riet

Allegro moderato - Andante cantabile - Allegro molto


Das 1866 entstandene „Concerto Symphonique“ des belgischen Komponisten Hendrik Waelput (Gent 1845- Gent 1885) entstand wahrscheinlich in direkter Anlehnung an das Konzert von Peter Benoit und wurde im Februar 1867 im flämischen Theater in Brüssel unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Es handelt sich hier um das erstaunliche Werk eines Zwanzigährigen und so ist es nicht verwunderlich, dass Waelput bald als Hoffnungsträger der flämischen Musik erkannt, mit dem „Prix de Rome“ ausgezeichnet und wie ein Held gefeiert wurde. Im Gegensatz zu Benoits Konzert, das im Repertoire der großen Flötisten erhalten blieb, geriet das Konzert Waelputs allerdings in Vergessenheit. Nicht einmal ein Klavierauszug wurde angefertigt. Das Leben Waelputs stand insgesamt unter keinem guten Stern. Die Direktorenstelle des Konservatoriums von Brügge, die er im Alter von 23 Jahren antrat, verlor er schon zwei Jahre später wieder. Nachdem man ihm Misswirtschaft und Alkoholismus vorgeworfen hatte, endete diese mit seiner unehrenhaften Entlassung. Eine Bewerbung um die Direktorenstelle in Gent blieb erfolglos. Sein Wirken als Komponist blieb ohne weitere Anerkennung. So gut wie sein gesamtes musikalisches Werk, darunter mehrere Sinfonien, liegt unberührt im Konservatorium von Gent. Im jungen Alter von kaum 40 Jahren starb er verbittert und verkannt.

Die vorliegende Ausgabe für Flöte und Klavier des „Concerto Symphonique“ von Hendrik Waelput hat für mich eine besondere Bedeutung. Als Studentin an der Musikhochschule in Antwerpen (Belgien) spielte ich viele Male das deutlich bekanntere Flötenkonzert von Peter Benoit. Die Erinnerungen daran waren der Anlass, das „Concerto Symphonique“ herauszugeben, sowohl in der Orchesterfassung, als auch mit Klavierauszug.

Eine überlieferte Orchesterreduktion für Klavier von Franz De Vos aus dem Jahr 1925 diente zwar als Dirigierhilfe, erwies sich aber als Klavierauszug unbrauchbar, da unspielbar. Der jetzt vorliegende, spielbare Klavierauszug wurde auf dessen Basis von Wolfgang Kossack, mit freundlicher Unterstützung von Andreas Kersten und Enrico Delamboy, eingerichtet.

Dieses Flötenkonzert ist eine enorme technische und musikalische Herausforderung.

Dank unseres Böhmflötensystems sind wir heute in der Lage dieses „Concerto Symphonique“ zu spielen, was im Jahre 1866 fast unmöglich gewesen sein dürfte, da die Böhmflöte erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich und damit dessen Einflussgebiet etabliert wurde.

                                                                                               Gaby Pas-Van Riet, im Juli 2020